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Les Projets d'Arnaud

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Ein schwimmendes Haus: ein einzigartiger Ort für ein anderes Leben

Bevor Sie vom Plätschern unter dem Rumpf träumen, gilt es zunächst eine grundlegende Frage zu klären: die nach dem Boden – oder vielmehr nach dem fehlenden Boden. Installieren …

Maison flottante moderne amarrée sur une rivière calme entourée d'arbres verts, avec terrasse en bois et grandes baies vitrées
5 Min. Lesezeit

Bevor man vom sanften Plätschern unter dem Rumpf träumt, muss zunächst die Frage nach dem Grundstück geklärt werden – oder vielmehr nach dem fehlenden Grundstück. Eine Wohnstätte auf einem Gewässer in Frankreich zu errichten, ist nicht mit dem Kauf eines Baugrundstücks vergleichbar. Der Liegeplatz auf dem Wasser setzt eine Nutzungsgenehmigung des zuständigen Verwalters voraus, die grundsätzlich befristet ist.

Nutzungsgenehmigung auf staatlichen Wasserstraßen: Was VNF tatsächlich vorschreibt

Auf den von Voies Navigables de France (VNF) verwalteten Wasserstraßen setzt das dauerhafte Aufstellen einer schwimmenden Struktur eine befristete Nutzungserlaubnis voraus. Diese behördliche Genehmigung legt die Dauer, die Nutzungsbedingungen und die Gebühren fest. Wichtig ist: Die Genehmigung bleibt jederzeit widerruflich und unverbindlich, auch nach mehreren Jahren der Nutzung.

Ob es sich um ein zum Fahren bestimmtes Wohnboot oder um eine dauerhaft an einem Ort verbleibende schwimmende Konstruktion handelt, macht einen Unterschied für die geltenden Vorschriften. Ein fest verankertes schwimmendes Wohnhaus kann als Anlage im Sinne des französischen Städtebaurechts eingestuft werden, wodurch je nach Gemeinde zusätzliche Pflichten entstehen.

Konkret beginnt das Projekt nicht mit der Wahl des Hauses, sondern mit der Suche nach einem Standort, an dem der Verwalter diese Art der Nutzung zulässt. Einige Häfen oder Anlegestellen für die Binnenschifffahrt erlauben keine dauerhaften Wohnsitze. Andere knüpfen die Verlängerung an Bedingungen, die eine Planungssicherheit von nur wenigen Jahren bieten. Die Wahl eines schwimmenden Hauses auf dem Wasser ist daher sowohl eine administrative als auch eine architektonische Entscheidung.

Gemütlicher Innenraum eines schwimmenden Hauses mit Leinensofa, sichtbaren Holzbalken und Panoramablick aufs Wasser

Abwasserentsorgung und Abwasser eines schwimmenden Hauses: die unterschätzte Herausforderung

Das Einleiten von Abwasser in die Wasserstraße ist von VNF untersagt. Das ist keine Empfehlung, sondern eine Pflicht, die Voraussetzung für die Erteilung und Aufrechterhaltung der Nutzungsgenehmigung ist. Der Antrag muss ein System zur Speicherung und Entsorgung vorsehen und in manchen Fällen Nachweise über die Entleerung oder die Einhaltung der Vorschriften enthalten.

In der Praxis kommen vor allem zwei Lösungen infrage:

  • Trockentoiletten in Kombination mit einem Komposter – eine Lösung, für die sich mehrere schwimmende Tiny Houses wie das Projekt Faréa entschieden haben. Sie vermeiden das Problem von Schwarzwasser, erfordern aber eine regelmäßige Kompostpflege.
  • Ein Auffangbehälter für Grauwasser (Dusche, Geschirrspülen), der regelmäßig von einem Dienstleister geleert oder, sofern der Hafen dies ermöglicht, an das Abwassernetz angeschlossen wird.
  • Ein Hybridsystem mit Regenwassernutzung für Zwecke, bei denen kein Trinkwasser erforderlich ist. Dadurch sinkt die zu behandelnde Wassermenge und zugleich die Abhängigkeit vom Versorgungsnetz.

Die Umsetzbarkeit und die Kosten dieser Entsorgung hängen vom Standort ab. Ein Hafen mit Anschlussstellen macht vieles einfacher. An einer abgelegenen Anlegestelle auf dem Land ist die Logistik komplizierter und die Entleerung teurer.

Energieautarkie auf dem Wasser: Solarmodule, Batterien und die tatsächlichen Grenzen

Die meisten neueren schwimmenden Häuser verfügen über Solarmodule auf dem Dach. Der beispielsweise in Saint-Malo festgemachte Prototyp bezieht seinen Strom über ein einziges Solarmodul und bietet 25 m2 Wohnfläche. Für die dauerhafte Nutzung als Wohnsitz reicht ein einziges Modul nicht aus, um den Bedarf eines Haushalts zu decken – besonders im Winter oder bei bewölktem Himmel.

Die tatsächliche Energieautarkie hängt von drei Faktoren ab: der verfügbaren Dachfläche für Solarmodule (begrenzt durch die Größe der Konstruktion), der Speicherkapazität der Batterien und der Möglichkeit, am Kai einen Stromanschluss zu nutzen. Die Modelle von Herstellern wie Boathome sind optional mit verschiedenen Autarkiestufen erhältlich – vom herkömmlichen Netzanschluss bis hin zur netzunabhängigen Anlage.

In der Praxis zeigt sich, dass die meisten Bewohner einen teilweisen Netzanschluss wählen, sofern der Hafen dies ermöglicht, und ihn durch Solarenergie ergänzen, um die Stromkosten zu senken. Vollständige Autarkie ist möglich, erfordert jedoch eine höhere Anfangsinvestition und einen bewussten täglichen Umgang mit dem Energieverbrauch.

Frau auf der Holzterrasse eines schwimmenden Hauses, die einen Kaffee trinkt und inmitten der Natur den Fluss betrachtet

Wohnfläche und tatsächlicher Komfort eines schwimmenden Hauses in Frankreich

In Frankreich reicht die verfügbare Wohnfläche von rund zwanzig Quadratmetern bei einem schwimmenden Tiny House bis zu mehr als hundert Quadratmetern bei den größten Modellen. Der in Sarreguemines ansässige Hersteller Boathome bietet drei Größen an: ein 15 Meter langes Modell mit 45 m2, ein 20 Meter langes mit 65 m2 und ein 38 Meter langes mit 110 m2. Alle Modelle sind 4,86 Meter breit und haben einen Tiefgang von weniger als einem Meter.

Diese Maße sind nicht willkürlich. Die Breite wird durch Schleusen und Durchfahrten auf den Wasserstraßen begrenzt. Dank des geringen Tiefgangs sind die meisten französischen Kanäle zugänglich, doch er erfordert auch bestimmte konstruktive Entscheidungen: leichte Fundamente und gewichtsoptimierte Baumaterialien.

Im Innenraum spielt die Raumaufteilung eine entscheidende Rolle. Eine Galerie schafft zusätzlichen Schlafraum, ohne den Wohnbereich zu verkleinern – wie beim Tiny House in Saint-Malo, das auf diese Weise 8 m2 zusätzliche Fläche in der Höhe gewinnt. Die bei diesen Konstruktionen häufigen Außenterrassen gleichen die beengten Innenräume teilweise aus.

Motorisiert oder fest verankert: zwei unterschiedliche Lebensentwürfe

Die Entscheidung zwischen einem motorisierten schwimmenden Haus und einer festen Konstruktion ohne Motor verändert den Charakter des Projekts. Mit Motor kann man je nach Jahreszeit den Standort wechseln, auf Kanälen fahren und verschiedene Häfen erkunden. Ohne Motor wird das Haus zu einer am Kai verankerten Unterkunft, die im Alltag eher einem herkömmlichen Wohnhaus ähnelt.

Die mobile Variante setzt einen Bootsführerschein, die Wartung des Motors und Kraftstoffkosten voraus. Die feste Variante ist einfacher zu betreiben, macht das Projekt jedoch vollständig von der Nutzungsgenehmigung für einen einzigen Standort abhängig.

Der Alltag auf dem Wasser: Was sich konkret ändert

Die Postanschrift kann mitunter zum Problem werden. Manche Gemeinden akzeptieren, dass eine schwimmende Unterkunft einer Adresse an Land zugeordnet wird, beispielsweise der des Hafens; andere nicht. Ohne anerkannte Adresse werden Behördengänge komplizierter: Wohngebäudeversicherung, lokale Steuern und Eintragung in die Wählerverzeichnisse.

Auch die Versicherung erfordert besondere Aufmerksamkeit. Ein schwimmendes Haus fällt weder unter eine herkömmliche Wohngebäudeversicherung noch unter eine Standard-Bootsversicherung. Erforderlich ist ein passender Vertrag, der oft teurer ist und sowohl die Konstruktion als auch den Hausrat und die Haftpflicht im Zusammenhang mit der Nutzung des Gewässers abdeckt.

Auch der Alltag richtet sich nach besonderen Anforderungen: Trinkwasserversorgung, wenn kein Anschluss verfügbar ist, Abfallentsorgung entsprechend der Ausstattung des Hafens sowie die regelmäßige Pflege des Rumpfs oder der Schwimmkörper, um Schäden durch Feuchtigkeit und Wasserorganismen zu vermeiden. Diese Lebensweise erfordert praktisches Engagement, das auf Fotos von Sonnenuntergängen auf der Terrasse nicht immer sichtbar wird.

Ein schwimmendes Haus: ein einzigartiger Ort für ein anderes Leben